Mörtel Rezeptur

Das Betonieren der Rumpfschale ist die kürzeste und wichtigste Bauphase, die über die Qualität des Rumpfes entscheidet, also über die Festigkeit und Oberflächenbeschaffenheit. Die maßgeblichen Faktoren sind Mörtel-Komponenten, Mischungsverhältnis, Einbringung (Auftragsweise), Verdichtung und später die Nachbehandlung bzw. Versiegelung.

Zement nach DIN EN 197-1

Die Entscheidung ob Zement mit hohem Sulfatwiderstand hängt davon ab, wo der Rumpf seinen Einsatz finden soll. Soll der Standort in Flüssen oder Hafenbecken in denen mit Einleitungen zu rechnen, ist ein Sulfat resistenter Zement sicher vorteilhaft. Beim Einsatz im Meerwasser ist SR Zement nicht erforderlich.

42,5 N

52,5 N

52,5 N – SR3 „Antifulfat“

Einfluss der Lagerung
Zemente sind feuchtigkeitsempfindlich und sollten deshalb möglichst schnell verarbeitet werden. Da völliges Abschließen gegen Feuchtigkeit praktisch nicht möglich ist, sollten Zemente der Festigkeitsklasse 52,5 R höchstens einen Monat, Zemente der übrigen Festigkeitsklassen höchstens zwei Monate in trockenen Räumen gelagert werden. Bei Lagerung von Sackzement in trockenen Räumen ist mit einem  Festigkeitsverlust zu rechnen:

  • 10 bis 20 % nach 3 Monaten
  • 20 bis 30 % nach 6 Monaten

Sand und Sieblinien

Die erste Wahl sollte doppelt gebrochener Quarzsand in Säcken sein. Dieser ist frei von Verunreinigungen und hat einen kontrollierten Feuchtigkeits-Wert. Gebrochener Quarz und scharfer Fluss-Sand ergeben ein zäheres Verhalten was den Auftrag begünstigt.

In weniger technologisierten Ländern wird oft nur gewaschener Fluss-Sand als Rundkorn zu bekommen sein. Hier ist die Eigenfeuchtigkeit von wesentlicher Bedeutung. Jegliche Verunreinigung wie Blätter, Astreste, Katzenkot und Zigaretten-Kippen haben fatale Folgen.

Für kleiner Schiffe mit mehreren Lagen von Armierungs-Gitter ist eine maximale Korngröße von 2 mm zu verwenden. Bei größeren Schiffen mit großmaschigen Streckmetall Matten oder Geogrit Basalt Matten Geflechten sind Korngrößen bis 5 mm möglich.

Wasser – Zement Wert

Dieser sollte konstant für den gesamten Rumpf sein und so niedrig wie möglich gehalten werden. Der Bereich von 3,5 bis max 4,0 ist gängig. Die Konsequenzen vom zu hohen W/Z Wert sind Wasserdurchlässigkeit und Verlust der Druckfestigkeit.

Zusatzmittel

Hier kommen im allgemeinen nur Verflüssiger und Erstarrungsverzögerer in Frage.

Eine möglichst dichte Packung des Korngerüsts bei Minimierung des Zementleimanspruchs und gleichzeitig guter Verarbeitbarkeit bzw. Verdichtungswilligkeit wird durch Sieblinien erreicht. Eine Idealsieblinie ist die für näherungsweise kugelförmige Gesteinskörnungen nach Fuller.

 

PCC Mörtel (Polymer Cement Concrete)